von: mediamag.at-Redaktion

So vertikutieren Sie den Rasen richtig

Für einen schönen und grünen Garten

Wenn unschönes Moos den Rasen unterbricht, sollte man ihn vertikutieren. Mit frischem Sauerstoff und Nährstoffen wird das Gras dichter und stärker. So funktioniert's!

Leitfaden zum Vertikutieren des Rasens.
Foto: MaYcaL/iStock

Das Problem

Moospolster und Mulch machen sich im Rasen breit und Unkraut beginnt zu wuchern. Alte Grashalme sowie tote Wurzeln verfilzen sich und bleiben als unschöner Rasenfilz liegen. Ist der Rasen nicht gesund und mit genügend Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, wird er schwach. Die größten Nutznießer von ungesunden Böden sind Pflanzen wie der Weißklee, die sich dann teppichartig im ganzen Garten ausbreiten. Die Probe kann jeder Hobbygärtner für sich selbst vornehmen: Einfach mit einem Rechen oder Rasenstriegel über den Rasen fahren. Bleibt viel totes Material hängen, sollte man überlegen, den Garten zu vertikutieren.

Leitfaden zum Vertikutieren des Rasens.
Foto: Alexander Shapovalov/iStock

Die Lösung

Der Rasen muss mit einem Vertikutierer behandelt werden. Das Verfahren wurde 1955 erfunden und ist eine Weiterentwicklung des sogenannten Aerifizierens. Dabei werden mit den Zinken einer Lüfterwalze Löcher in den Boden eingefügt. Beim Vertikutieren hingegen wird das Erdreich durch scharfkantige Messer mehrere Millimeter tief angeritzt. Es entstehen Fugen, in die das Regenwasser ablaufen kann. Durch die so gewonnene Rasenbelüftung wird Staunässe, die schlecht für den Boden ist, verhindert. Wasser und damit Sauerstoff gelangen wieder an die Graswurzeln. Diese werden nun wieder mit ausreichend Nährstoffen versorgt und damit gekräftigt.

Beim Vertikutieren gelangen Nährstoffe und Wasser in den Boden.
Foto: Viktoriia Melkisheva/iStock

Der Zeitpunkt

Die beste Zeit für das Vertikutieren sind die Monate April und Mai, wenn der Rasen zu wachsen beginnt. In regenreichen Perioden kann der Boden auch im Sommer behandelt werden – es darf nur nicht zu trocken sein, um das Gras nicht noch weiter zu belasten. In Trockenzeiten kann der Garten mit einem Rasenlüfter „gekämmt“ oder „ausgebürstet“ werden. Mit dem sogenannten Rasenstriegel werden die Moospolster von Zinken aus dem Boden gerissen und dann aufgesammelt. Der Unterschied zum Vertikutieren besteht darin, dass hier nur oberhalb der Erde gearbeitet wird.

Nach dem Vertikutieren können die Graswurzeln wieder besser wachsen.
Foto: Voren1/iStock

Die Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Vor dem Vertikutieren sollte der Rasen gemäht werden. Wer dem Boden etwas Gutes tun möchte, düngt noch einmal und bearbeitet ihn erst nach dem zweiten Mähen. Der Dünger sorgt dafür, dass sich der Rasen nach der Behandlung schnell wieder erholen kann.

2. Jetzt kann der Rasen mit dem Vertikutierer aufgelockert werden. Zu diesem Zeitpunkt sollte der Rasen trocken sein – man möchte ja keinen matschigen Boden bearbeiten. Das Gerät wird so eingestellt, dass die Messer nur wenige Millimeter tief in den Boden eindringen. Bewegen Sie sich zügig durch den Garten und heben Sie beim Umdrehen die Messer vom Boden ab. Bearbeiten Sie die Rasenfläche einmal längs und einmal quer.

3. Bleiben nach der Behandlung blanke Stellen, wird Rasen nachgesät und mit einer dünnen Schicht Erde bedeckt. Bei schweren Böden kann auch Sand aufgetragen werden. Im Herbst sollte man das Gras noch etwas düngen, um ihm ausreichend Nährstoffe zuzuführen.

Leitfaden zum Vertikutieren des Rasens.
Foto: Antagain/iStock

Der Vertikutierer

Es gibt für alle Gelegenheiten das richtige Modell. Für große Rasenflächen empfiehlt sich ein Benzin-Vertikutierer, bei kleineren Gärten kann es auch eine elektrische Variante oder einer mit Akku sein. Wer sich einen Vertikutierer kaufen möchte, sollte sich zudem überlegen, ob das Gerät einen Auffangbehälter für die herausgerissenen Moospolster besitzen soll. Manche Hobbygärtner arbeiten hier lieber händisch mit einem Rechen nach. Wer sich einen Vertikutierer kaufen möchte und noch unschlüssig ist, welches Modell er sich zulegen soll, kann sich im Markt von einem versierten Fachberater die nötigen Informationen einholen.