von: mediamag.at-Redaktion

Michael Ostrowski im Interview

Der Star-Regisseur hinter den Euronautovic-Videos

Der gebürtige Steirer erzählt die Geschichte hinter den kultigen Videos mit Marko Arnautovic und outet sich als bedingungsloser EM-Fan. Außerdem gewährt uns Michael Ostrowski einen kleinen Einblick in sein nächstes Projekt „Hotel Rock’n’Roll“.

Michael Ostrowski
Foto: Andreas Prochaska

Wo ist es besser: vor oder hinter der Kamera?

Genau so was fragt sich der Profi nie: Es ist vorne genau so schön wie hinten. 

Was hat Sie an der Arnautovic-Kampagne gereizt?

Die Skripts waren schon sehr lustig und ziemlich durchgeknallt im Vergleich zu dem, was sonst so werbemäßig passiert in unserem Land. Außerdem hab' ich gewusst, dass wir ein bissl improvisieren werden, damit wir das Beste rausholen aus den Spots. Ich hab' mich gefreut, den Marko kennen zu lernen. Ich hab' ihn als Spieler immer schon lässig gefunden und mir gedacht, dass er einen guten Schmäh hat – und so war das dann auch. 

Ist Marko Arnautovic jetzt reif für Hollywood?

Ich baue ihn langsam über die nächsten Jahre dafür auf. Ich will ihm Zeit geben und ihn nicht gleich in irgendwelchen Action-Knallern oder Superhelden-Blockbustern verheizen. Er soll am Theater anfangen: kleine Stücke am Broadway, oder von mir aus auch im Londoner Westend. Er soll ruhig ein paar Wurzen spielen auf der Bühne, kleine Rollen, die ihm aber Sicherheit geben, bevor er den Hamlet macht und schlussendlich der nächste Batman wird. Das wird dann so in vier, fünf Jahren sein, denk' ich – wenn Haneke Regie macht bei “Batman vs. Spiderman”. 

Michael Ostrowski und Marko Arnautovic
Michael Ostrowski und Marko Arnautovic. Foto: Media Markt Austria

Wie viele EM-Spiele planen Sie zu sehen?

Alle. Ich werde danach zwar völlig verarmt sein, weil ich keinen Job mehr machen kann in der Zeit – aber wurscht vorerst.

In welchem Rahmen schauen Sie am liebsten Fußball?

Also entweder alleine, mit mir selber, oder zu zweit, manchmal auch zu dritt und gerne auch zu viert oder zu fünft, sechs sind auch okay, oder sieben, von mir aus auch acht. Ich hab' auch nix gegen neun, oder auch über zehn Leute können super sein. Es geht eigentlich bis zu 90.000 in einem Stadion, das mag ich auch sehr gerne. 

Ein Grund, warum Österreich Europameister wird?

Weil sie alle Spiele gewonnen haben.

Ein Grund, warum Österreich nach der Vorrunde nach Hause fährt?

Weil sie zu viele Spiele verloren haben, zum Beispiel.

Wer ist denn Ihr EM-Favorit?

Frankreich kann es sich leisten, Spieler wie Kevin Gameiro von Sevilla nicht einmal in den Kader zu nominieren. Das ist, wie wenn Österreich Arnautovic daheimlässt – so ungefähr. Also daher Favorit. Auch England ist sehr gut, denk' ich. Und die Deutschen gewinnen im Zweifelsfall gerne einmal ein Turnier. Diesmal wird’s allerdings schwerer. Weil Brasilien war echt easy. 

Hotel Rock'n'Roll
Filmszene aus „Hotel Rock'n'Roll". Foto: Toni Muhr

Was begeistert Sie persönlich am Gastgeber-Land Frankreich?

Der Akzent.

Ein EM-Moment, den Sie nie vergessen werden?

Frankreich gegen Deutschland, wo der Schumacher dem Franzosen das Kiefer gebrochen hat beim Rauslaufen: Da war ich im Urlaub mit lauter Deutschen in Kärnten und hab' als einziger im Fernsehraum zu den Franzosen gehalten. Das war lehrreich und schaurig-schön. 

Können Sie eigentlich ein Abseits erklären?

Ja. Das ist leicht. 

Was machen Sie als nächstes?

Ich gehe auf eine ausgedehnte „Hotel  Rock ´n´ Roll”–Promo-Tournee, weil Ende August unser Film in den Kinos anläuft. Rockstar mit Anfang 40 – ein Traum, oder?

Ein Interview mit Marko Arnautovic gibt's hier.