von: mediamag.at-Redaktion

Datendiebe setzen auf den Faktor Mensch

Methoden werden immer ausgefeilter

Banktrojaner führen die Hitliste der Bedrohungen aus dem Internet an und umfassen ganze 74 Prozent aller schadhaften Mail-Anhänge. Das hat eine aktuelle US-Studie ergeben.

Datendiebstahl blüht
Foto: g-stockstudio/iStock

In vier Minuten infiziert

Datendiebe setzen immer mehr auf gutes Timing und schicken ihre E-Mails bevorzugt zu Beginn des Arbeitstags los – zwischen 9 und 10 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt sind die Benutzer mit vielen Nachrichten konfrontiert und klicken öfter auf die mit Schadware ausgestatteten Mail-Anhänge.

Zu ähnlichen Erkenntnissen kommt auch der jährliche Report des US-Telekommunikations-Konzerns „Verizon“. In seiner Untersuchung stellte er fest, dass ein Drittel der Benutzer an sie geschickte Phishing-E-Mails aufmachen. Davon wiederum öffnen zwölf Prozent tatsächlich das angehängte Dokument. Die Datendiebe müssen im Regelfall nicht mehr als vier Minuten warten, bis der Mail-Empfänger auf das Attachment klickt.

Phishing statt Schadcode

Auch die Webadressen, die in den oft als „Virusmails“ bezeichneten Nachrichten hinterlegt sind, führen immer seltener auf Webseiten mit klassischem Schadcode. Viel öfter werden die Benutzer auf Webseiten gelockt, auf denen persönliche Daten und Passwörter gestohlen werden. Aber auch Dienste wie „Google Drive“ oder „Dropbox“, auf denen viele Bilder und Dokumente geteilt werden, sind für die Datendiebe interessant.

Schwachstelle Handy-Apps

Auch über Smartphone-Apps wird bösartige Software eingeschleust. In ihrer Studie „The Human Factor“ hat die US-Datensicherheits-Firma „Proofpoint“ zahlreiche Apps im Android-Store untersucht und dabei mehr als 12.000 Apps ausgemacht, über die potenziell Schadcode auf das Smartphone gelangen könnte – das wären mehr als zwei Milliarden Downloads.