von: mediamag.at-Redaktion

So geht Dampfreinigen

Dem Schmutz Dampf machen

Blitzblanke Böden, frische Polstermöbel, glasklare Fenster: Wer es gerne sauber hat, der kann auf Reinigungsgeräte kaum verzichten. Immer mehr Menschen setzen auf Dampfreiniger in den eigenen vier Wänden. Wir haben die Mythen rund um den Alleskönner unter die Lupe genommen.

Immer mehr Menschen setzen auf Dampfreiniger in den eigenen vier Wänden.
Foto: snyferok/iStock

Tiefenhygiene ohne Chemie?

Alleine mit Wasser dem Schmutz Dampf zu machen, klingt zunächst mal gut. Aber wie sieht es mit der Reinigungswirkung aus? Drei Punkte sind ausschlaggebend: Die mechanische Wirkung des Dampfstoßes, die hohe Temperatur und die Kondensation der Dampfpartikel, wenn sie auf die zu reinigende Oberfläche treffen.

Der Dampf trifft bei Qualitätsgeräten mit bis zu 180 Stundenkilometern auf Fliesen, Teppich, Fugen etc. und wirbelt den Schmutz auf. Durch die hohe Temperatur (etwa 140 Grad) dringt der Dampf unter die Verschmutzungen und gelangt in alle Ritzen und Poren. Kondensiert das Wasser, wird der Schmutz vom Untergrund gelöst. Der gelöste Schmutz wird schließlich durch ein Mikrofasertuch aufgenommen. Herkömmliche Putzmittel werden nicht mehr benötigt.

Einsatz in Küche, Bad und Schlafzimmer

Hersteller werben damit, dass der Dampfreiniger im gesamten Haushalt einsetzbar ist. Um Armaturen im Badezimmer oder Edelstahlflächen in der Küche effektiv zu reinigen, braucht man allerdings das richtige Zubehör. Es macht daher Sinn, beim Kauf auch gleich diverse Überzüge bzw. Aufsätze mit anzuschaffen.

Wer Chemie aus seinem Haushalt verbannen will, liegt mit einem Dampfreiniger richtig.
Foto: snyferok/iStock

Babyleichte Bedienung

Wer ein paar Dinge befolgt, kann mit einem Dampfreiniger eigentlich nichts falsch machen. Die wichtigste Regel lautet: das Mikrofasertuch regelmäßig austauschen! Der gelöste Schmutz kann sonst aufgenommen werden und bleibt als feucht-schmieriger Film zurück. Der Wassertank darf nur etwa zu drei Viertel aufgefüllt werden, da sich im Hohlraum der aufsteigende Wasserdampf sammelt. Ist der Behälter vollgefüllt, kommt Wasser durch die Düsen.

Grundsätzlich lassen sich alle Arten von Böden mit Dampf reinigen, vorausgesetzt, sie sind fachgerecht verlegt. Bei zu feuchter Reinigung können Böden quellen. Daher raten Hersteller bei verklebten Böden, Laminat- und vor allem Holzböden, mit gedrosseltem Dampf zu reinigen bzw. spezielle Mikrofasertücher zu verwenden. Wer keinen Kurzschluss provozieren will, verzichtet auf den Einsatz des Dampfreinigers bei Elektro-Geräten und Installationen wie Lichtschaltern oder Steckdosen.

Umweltschonender und gesünder

Wer Chemie aus seinem Haushalt verbannen will, liegt mit einem Dampfreiniger richtig. Beim herkömmlichen Putzen bleiben immer Spuren von Reinigungsmittel zurück, auf die Kleinkinder oder Allergiker überempfindlich reagieren können. Wer glaubt, mit dem Dampfreiniger Milben bekämpfen zu können, liegt falsch. Zur Grundreinigung von Matratzen oder Polstermöbeln sind Dampfreiniger nicht geeignet, da die Feuchtigkeit im Gewebe verbleibt, was die Entwicklung neuer Milbenstämme begünstigt.

Weniger Wasser

Etwa 1.700 Liter Dampf entstehen aus einem Liter Wasser. Damit lässt sich locker eine etwa 60 Quadratmetergroße Wohnung putzen. Wer feucht aufwischt, braucht vermutlich mehr Wasser. Das Aufheizen und Verdampfen verbraucht allerdings Energie, die die Wasserersparnis wieder zunichtemacht, rechnet die deutsche Stiftung Warentest vor. Vorsicht ist auch bei kalkhaltigem Wasser geboten: Hersteller raten dann zu destilliertem Wasser.