von: mediamag.at-Redaktion

Kleines Kaffeewissen: Arabica versus Robusta

Das unterscheidet die beiden Bohnen

Weltweit gibt es über 100 verschiedene Kaffeesorten. Weltweit bekannt sind allerdings nur die beiden Bohnensorten Arabica und Robusta.

Kaffeewissen: Arabica versus Robusta
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Der Anteil der Sorte Arabica am weltweit angebauten Kaffee liegt zwischen 60 und 70 Prozent. Vor allem in den Ländern Äthiopien, Kolumbien und Brasilien wird die Arabica-Pflanze angebaut, deren Entwicklung rund 10.000 Jahre zurückverfolgt werden kann. Robusta hingegen wird hauptsächlich in Indien, Indonesien und Vietnam produziert und macht etwa 30 bis 40 Prozent der global verarbeiteten Kaffeebohnen aus. Das Alter der Robusta-Bohne wird heute auf bis zu 100.000 Jahre geschätzt.

Auch optisch unterscheiden sich die Bohnen voneinander.
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Verschiedene Anbaugebiete

Schon bei den Bedingungen für den Anbau unterscheiden sich die beiden bekanntesten Kaffeebohnen-Sorten sehr deutlich voneinander: Während Arabica zwischen 600 und 2.300 Metern Seehöhe kultiviert wird, konstante Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad bevorzugt und kaum extreme Wettereinflüsse wie Dürre oder Frost verträgt, ist Robusta — wie der Name bereits verrät — äußerst robust. Diese Pflanzen vertragen im Gegensatz zur Arabica direkte Sonneneinstrahlung, heftige Temperaturschwankungen und gedeihen bereits in niedrigen Höhenlagen von 200 Metern. Unterm Strich ist die Robusta auch ertragreicher, produziert also mehr Kaffeekirschen als die Arabica.

Optisch ist Arabica-Kaffee an der typischen haselnussbraun-rötlichen Crema zu erkennen.
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Optische Unterschiede

Auch optisch unterscheiden sich die Bohnen voneinander. Während die Arabica an ihrer ovalen Form und den schmalen, S-förmigen Schnitt in der Mitte der Bohne erkennbar ist, ist die Robusta vergleichsweise rund und weist einen geraden Schnitt auf. Sogar genetisch unterscheiden sich die Bohnen völlig: Im Vergleich zu den 444 Chromosomen der Robusta verfügt die Arabica über die doppelte Anzahl. Kein Wunder also, dass Letztere komplexere Geschmacksrichtungen erzeugen kann.

Arabica-Kaffee gilt im allgemeinen als bekömmlicher und geschmacklich ausgewogener.
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Geschmack entscheidet

Stichwort Geschmack: Arabica-Kaffee gilt im Allgemeinen als bekömmlicher und geschmacklich ausgewogener. Durch den geringeren Chlorogensäuregehalt ist er zudem weniger bitter und leichter verdaulich. Geschmacklich ist Arabica feiner, fruchtiger und ganz allgemein komplexer. Optisch ist er auch an der typischen haselnussbraun-rötlichen Crema zu erkennen. Robusta hingegen schmeckt deutlich bitterer und bringt eine Schokoladen-Note mit. In Kombination mit Zucker zeigt sich eine angenehme Karamellnote — ein Grund, warum traditionelle italienische Espresso-Mischungen oftmals einen Robusta-Anteil von annähernd 50 Prozent aufweisen. Wichtig für Koffein-Junkies: Robusta-Kaffee enthält rund die doppelte Menge aufputschender Wirkstoffe als Arabica.