Smartes Wohnen / Heimnetz

Smart Home Geräte verbinden

Funk-Standards in der Übersicht

Wer mehrere Geräte in seinem Smart Home bündeln und gemeinsam ansprechen möchte, muss diese in einem Funk-Netzwerk miteinander verbinden. Die Wahl des passenden Standards ist dabei nicht immer leicht. Diese Möglichkeiten gibt es.

Kabellose Netzwerke

Geschirrspüler, Überwachungskamera, Staubsauger – die meisten Smart Home-Geräte können drahtlos vernetzt werden. Nicht alle funken jedoch mit dem gleichen Standard. Bevor man sich ein neues Device anschafft, sollte man auf den verwendeten Funkstandard achten. Bei der kabellosen Kommunikation spielen Zuverlässigkeit, Sicherheit und Energieverbrauch eine wichtige Rolle.

WLAN ist einer der weitverbreitetsten Funkstandards.
Bild: iStock / amnachphoto

WLAN

In nahezu jedem europäischen Haushalt steht ein Router, der die eigenen vier Wände über ein WLAN-Signal mit Internet versorgt. WLAN ist über die Jahre zu einem weitverbreiteten und schnellen Standard geworden. Über ein aktuelles „802.11ac Wave 2“-Netzwerk können im 5-GHz-Band 1,7 Gbit/s übertragen werden. Ein Überwachungsvideo mit einer Größe von 4 Gigabyte ist demnach nach 19 Sekunden vollständig heruntergeladen. Knapp die Hälfte, sprich 800 Mbit/s, werden auf der 2,4-GHz-Frequenz erreicht.

Die nötige Sicherheit für das Smart Home ist bei gut gewähltem Passwort oder eingerichtetem MAC-Filter (=hierbei erhalten nur freigegebene MAC-Adressen Zugriff auf das Netzwerk) jedenfalls gegeben. Die MAC-Adresse ist eine einzigartige Hardware-Adresse, die jedes Netzwerk-Gerät besitzt. 

WLAN-Signale können jedoch mit anderen 2,4-GHz-Verbindungen interferieren und bei zu vielen gleichzeitigen Geräten im Netzwerk zusammenbrechen. Um dies zu vermeiden, sollte man sich stets – sofern vom Endgerät unterstützt – auf der 5-GHz-Frequenz mit dem Router verbinden. Hier gibt es weniger potentielle Störquellen und höhere Übertragungsraten.

Das smarte Türschloss von Nuki kommuniziert über Bluetooth mit dem Smartphone.
Bild: Nuki

Bluetooth

Bluetooth ist vor allem wegen des geringen Stromverbrauchs und der Einfachheit und Schnelligkeit der Einrichtung von Verbindungen besonders beliebt. Vor allem Soundboxen werden gern über Bluetooth mit dem Smartphone verbunden. Gefunkt wird ebenfalls auf dem 2,4-GHz-Band. Eine 5-GHz-Alternative wie beim WLAN gibt es leider nicht. Obwohl Bluetooth in der selben Zeit weniger Daten übertragen kann als andere Standards, kommt es bei vielen Smart Home-Geräten zum Einsatz. Bluetooth Low Energy (auch BLE oder Bluetooth smart genannt) verbraucht im Vergleich zum klassischen Bluetooth deutlich weniger Strom. Es vernetzt Geräte, die nicht weiter als 10 Meter voneinander entfernt sind.

Smarte Rauchmelder sparen dank Kommunikation mittels ULE ordentlich Strom.
Bild: iStock / Image Source

ULE

ULE (=Ultra Low Energie) basiert auf dem von der Telekommunikations-Industrie seit Jahren verwendeten und bisher vor allem bei Schnurlostelefonen zum Einsatz kommenden DECT-Standard (= ein internationaler Standard für Telekommunikation mittels Funktechnik). Wie es der Name bereits verrät, liegt der Vorteil hier im äußerst geringen Stromverbrauch. Rauchmelder können oft jahrelang mit nur einer Batterie auskommen. Da ULE auf Frequenzen zwischen 1,8 und 1,9 GHz funkt, geht man Interferenzen mit WLAN- oder Bluetooth-Verbindungen aus dem Weg.