von: mediamag.at-Redaktion

Foto-Tipp: Gute Bilder ohne Blitz

Ratgeber für die Systemkamera

So fotografieren Sie mit der Systemkamera Szenarien mit schlechter Beleuchtung optimal.

Foto: svetikd/iStock
Foto: svetikd/iStock

Systemkameras bieten volles Foto-Vergnügen unterwegs: Ihr geringes Gewicht und die zahlreichen integrierten Funktionen überzeugen. Auch mit wenig Licht gelingen damit Fotos bestens – am stimmungsvollsten oft ohne Blitz.

Vorhandenes Licht nutzen

Der Einsatz des in Systemkameras fest verbauten Blitzes hat Grenzen, was Reichweite und Intensität angeht. Häufig weisen derartige Aufnahmen harte Schatten und Bereiche mit starker Über- und Unterbelichtung auf. Ohne zusätzliches Blitzlicht lediglich mit dem vorhandenen Licht bewusst zu arbeiten – also Available-Light-Fotografie zu betreiben – , fängt den Zauber von Abendstimmungen, auf Partys und in Innenräumen oft am besten ein.

Beispiel Blaue Stunde

Das Restlicht der frühen Abendstunden kann noch gut für Aufnahmen aus der Hand bei moderaten ISO-Werten genutzt werden. Dazu eignen sich der Einsatz der Blendenautomatik (oft mit „T“, „Tv“ oder „S“ gekennzeichnet) und Belichtungszeiten von etwa 1/20 sec. Optimal für diese Lichtsituation ist ein lichtstarkes Objektiv mit kurzer Brennweite (verwackelt nicht so schnell).

Foto: martin-dm/iStock
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„Freihand“-Grenze

Für Freihandaufnahmen gilt: Die Grenze für „aus der Hand“ meisterbare Belichtungszeiten ist „1/ Brennweite“. Bei einer Brennweite von 50 mm können demnach Belichtungszeiten von 1/50 sec gut aus der Hand gehalten werden. Wer längere Belichtungszeiten „freihändig“ meistert, ist gut beraten, gleich mehrere Bilder zu machen und später auszusortieren.

Stabilität

Wer kein Stativ mittragen möchte, um die Kamera bei längeren Belichtungszeiten zu stabilisieren, kann die Kamera auch auf leichteren Bean Bags oder natürlich vorhandenen Untergründen (Mauern, Stufen usw.) positionieren. Fernauslöser verhindern, dass das Drücken des Auslösers die Aufnahme verwackelt.

Foto: cristianoalessandro/iStock
Foto: cristianoalessandro/iStock

Objektiv

Verwenden Sie, wenn möglich, ein lichtstarkes Objektiv (etwa f/2,8) mit Bildstabilisator und kürzerer Brennweite (etwa 20 bis 50 mm), damit verwackeln die Aufnahmen weniger schnell. Wenn das spärliche Licht für automatisches Scharfstellen nicht mehr ausreicht, nutzen Sie die manuelle Einstellmöglichkeit.

ISO-Empfindlichkeit

Höhere ISO-Werte führen zu kürzeren Belichtungszeiten und steigendem Bildrauschen. Stellen Sie für den Automatikmodus eine Obergrenze für den ISO-Wert ein (kameraabhängig).

Bewegungsunschärfe

Längere Belichtungszeiten führen zu Bewegungsunschärfen (etwa von Personen und Fahrzeugen) – nutzen Sie diesen Effekt bewusst, um etwa den lebendigen Charakter von Straßen-Aufnahmen zu intensivieren.

Gezielt unterbelichten

Available-Light-Fotos können gezielt um ein bis drei Blendenwerte unterbelichtet werden (belichten Sie eine Testreihe). Denn: Die Belichtungsautomatik der Kamera tendiert dazu, in nächtlichen Situationen zu hell zu belichten. Auf diese Weise geben die Resultate die ursprünglich vorgefundene Lichtsituation natürlicher wieder.

Rauschreduzierung

Mit zunehmender Dunkelheit und steigendem ISO-Wert werden die Aufnahmen immer mehr Rauschen aufweisen. Aktivieren Sie daher die Rauschreduzierung in Ihrer Kamera (es sei denn, Sie möchten das Bildrauschen bewusst als künstlerischen Effekt einsetzen).

Foto: AleksandarNakic/iStock
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