Mobiles Leben / Kamera

Sonnenuntergänge: Perfekte Fotos

Tipps für Sommer-Bilder „aus Gold“

Sommer, Sonne, Meer – wenn im Urlaub ein grandioser Sonnenuntergang das Herz erfreut, zückt so mancher gern die Kamera. Nicht selten folgt Ernüchterung: Die Bilder wirken unspektakulär oder langweilig, zeigen das tolles Licht nicht mehr, sind verwackelt oder mit viel Bildrauschen. Mit diesen Foto-Tipps fangen Sie ihn ein, den Zauber des Sonnenuntergangs.

Keine Scheu

Nutzen Sie diesen magischen Zeitraum (ca. 30 Minuten) des Sonnenuntergangs ohne Scheu, tauchen Sie ein in den Lichtzauber. Belichten Sie mehrere Bilder, passen Sie die Kameraeinstellungen an – bis Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind. Fotografieren Sie nicht nur gegen die Sonne, sondern auch mit ihr: Das warme Licht verleiht den Motiven einen charakteristischen Charme.

Licht & Schatten

Charakteristisch für diese Tageszeit ist das warme, goldene Licht. Die tief stehende Sonne wirft lange Schatten, was Ihren Fotografien Struktur und Tiefe verleiht: Nutzen Sie dies für Ihre Bildkomposition – nehmen Sie das alles bewusst wahr und komponieren Sie damit.

Ausrüstung

Ja, Smartphones „können“ Sonnenuntergang, oftmals jedoch mit Bildrauschen. Für eine qualitativ überzeugende Aufnahme nutzen Sie:

  • eine Kamera mit großem Bildsensor und gutem Rauschverhalten (geringes Rauschen bei hohen ISO-Werten),
  • lichtstarke Objektive,
  • ein Stativ oder eine vergleichbare Standfläche für Ihre Kamera (etwa eine Mauer),
  • eine Gegenlichtblende, um Streulicht zu reduzieren,
  • einen Fernauslöser (oder Selbstauslöser mit ca. 2 Sekunden Verzögerung).


Eine Weitwinkel-Optik unterstreicht die Weite Ihres Motivs, etwa einer Landschaft, und bringt Dynamik ins Bild. Teleobjektive verdichten Ihr Motiv, etwa ein Schiff vor der untergehenden Sonne.

Wenn möglich, blenden Sie immer um zwei Stufen ab, da die meisten Objektive genau dort am besten performen. Das bedeutet: Hat Ihr Objektiv als größte Blendenöffnung 1,4, bringt es zwei Blendenstufen darüber seine beste Leistung, demnach bei Blende 2,8.

Vorbereitung

Erkunden Sie schon im Vorfeld die Gegend: Wo wird die Sonne untergehen, wo ist die beste Position für die Aufnahme? Welche spannenden Vordergrund-Motive gibt es dort (Kakteen, Felsen, Gebäude und mehr)? Wie wird das Wetter sein? Wolken stören nicht zwingend, sondern können für ein echtes Struktur-Plus im Bild sorgen.

Kleiner Tipp am Rande: Im Internet finden Sie „Dämmerungsrechner“, mit denen Sie für jeden Ort der Erde den Zeitpunkt des Sonnenuntergangs ermitteln lassen können.

Weißabgleich & RAW-Format

Die Lichtverhältnisse ändern sich zu dieser Zeit relativ rasch und mit ihnen der nötige Weißabgleich (Farbtemperatur). Um während der Aufnahme keine Zeit zu verlieren, fotografieren Sie, wenn möglich, im RAW-Format. Dann können Sie im Nachhinein den Weißabgleich noch beliebig verändern. Wenn Sie im JPG-Format fotografieren, experimentieren Sie bereits während der Aufnahme mit unterschiedlichen Weißabgleich-Einstellungen.

Rauschunterdrückung

Deaktivieren Sie die Rauschunterdrückung in Ihrer Kamera. So sparen Sie Strom und – bei längeren Belichtungen – Zeit. Mit einem Bildbearbeitungsprogramm korrigieren Sie im Nachhinein ohnedies besser.

Stativ

  • Fotografieren Sie mit Stativ? Ideal für hohe Qualität! Belassen Sie die ISO-Einstellung auf dem niedrigsten Wert. Das sorgt für die beste Bildqualität und die knackigsten Farben. Verwenden Sie einen Fern- oder Selbstauslöser. Schalten Sie den Bildstabilisator aus.
  • Fotografieren Sie ohne Stativ? Verschlusszeit und die Blende ändern sich zu dieser Stunde rasch, daher stellen Sie die Kamera idealerweise auf Zeitautomatik und ISO-Automatik. Stellen Sie auch ein, welche Verschlusszeit nicht unterschritten werden darf, um noch Freihandaufnahmen machen zu können. Als Richtwert gilt, dass man „aus der Hand“ Verschlusszeiten, die dem Kehrwert der verwendeten Brennweite entsprechen, „halten“ kann, beispielsweise 1/125s bei 125mm Brennweite.

HDR-Bilder

Bei sehr hohen Kontrasten im Bild bietet es sich an, gleich drei unterschiedlich belichtete Aufnahmen vom exakt gleichen Standpunkt (mit jeweils einmal optimal belichteten Lichtern, Mitteltönen und Tiefen) zu machen und später am Computer zu einem HDR-Bild zu rendern.