von: mediamag.at-Redaktion

Frage & Antwort mit Michael Ostrowski

„Hotel Rock’n’Roll“ startet in den heimischen Kinos

Der Regisseur von „Hotel Rock’n’Roll“ plaudert über das Filmemachen, ein ominöses Plastik-Sackerl und seine großen Momente vor und hinter der Kamera.

Frage & Antwort mit  Michael Ostrowski
Foto: Toni Muhr

Kurz und knapp: Was ist die Essenz von „Hotel Rock’n’Roll“?

Es braucht die Lebenslust, die Ausschweifung und den Spaß des Rock 'n' Rolls, um ein erfülltes Leben zu führen. Man kann der kapitalistischen Unterwerfungskultur und dem ganzen Burnout nämlich was entgegensetzen:  Stimmung, Humor und gute Laune.

Was hat Ihnen beim Film-Dreh am meisten Spaß gemacht?

Ich habe das Erschaffen dieser Welt genossen. Den Schauspielern zuzuschauen, wie sie dieses Hotel zum Leben erwecken und gemeinsam als Hotelband musizieren. Es war sehr spannend, wie das auf einmal alles funktioniert hat.

Filmszene aus „Hotel Rock’n’Roll“
Filmszene aus „Hotel Rock’n’Roll“. Foto: Toni Muhr

Sie führten beim Film Regie und spielten gleichzeitig die Hauptrolle. Ist das nicht anstrengend?

Natürlich, aber es ist ein Privileg und es macht vor allem Spaß. Ich bin viel hin- und hergerannt: vor die Kamera, dann hinter den Monitor, dann wieder vor die Kamera etc.  Irgendwann war ich so schnell, dass ich mich selber spielen gesehen habe. Ich war der Lucky Luke des Filmemachens: Ein Schauspieler, der schneller spielt als sein Schatten.

Der Film ist der Abschluss einer Trilogie. Werden Ihnen die Figuren fehlen?

Das kann ich noch nicht sagen. Der Film ist noch zu frisch, um schon Abschied von den Menschen zu nehmen, die ihn bevölkern.

Stichwort Trilogie: Welche ist denn die beste Film-Trilogie aller Zeiten?

Ich kenne keine andere Trilogie zu diesem Thema. Wir sind weltweit die „Sex, Drugs & Rock 'n' Roll”-Vorreiter und ich bin gespannt, wer uns das nachmacht. Ansonsten ist sicher „Der Pate” (Teil 1 bis Teil 3) gar keine so schlechte Trilogie – der Regisseur kann was, der sollte mehr drehen. Vielleicht einen Film über Vietnam?

Der Schorschi hat im Film einen kapitalen Unfall – samt Landung im Hotelteich
Filmszene aus „Hotel Rock’n’Roll“. Foto: Toni Muhr

Im Film hat ein Plastik-Sackerl eine gewisse Bedeutung: ein heimlicher Nebendarsteller?

Der Schorschi hat im Film, gleich nachdem er einen kapitalen Unfall samt Landung im Hotelteich macht, einen Gipshaxen. Und als er zum versunkenen Kofferraum hinuntertauchen will, muss er den Gips natürlich schützen. Und es war klar, dass es nur ein Sackerl gibt, das groß und stilvoll genug für ihn wäre. Das ist das Media-Markt-Lieferservice-Sackerl, das weltweit eindeutig die Nummer Eins im Sackerlbereich ist. Und außerdem farblich extrem nahe an Schorschis roter Corvette.

Wie macht man denn am besten Kebab-Aufstrich?

Zuerst bestellt man ein Kebab beim Lieferservice seiner Wahl – dann braucht man nur mehr einen guten Fleischwolf. Wenn man diesen händisch dreht, sollte man zwischen drei und vier Stunden einrechnen, bei einem elektrischen Fleischwolf dauert es rund vier Minuten, bis der Aufstrich fertig ist. Man kann die gewonnenen Stunden dafür nutzen, im Garten Gewürze zu pflücken, mit denen man den Aufstrich verfeinern kann. Schlussendlich streicht man das Ganze auf Schwarzbrot – das ist dann extrem nahrhaft und auch kostengünstig. Der Kebab-Aufstrich ist übrigens das einzige Nahrungsmittel, das durch seine breiige Form von jedermann verspeist werden kann –  vom Kleinkind bis zum zahnlosen Greis. Eigentlich eine extreme Marktlücke!

Es braucht die Lebenslust, die Ausschweifung und den Spaß des Rock 'n' Rolls, um ein erfülltes Leben zu führen.
Filmszene aus „Hotel Rock’n’Roll“. Foto: Toni Muhr

Wie müsste ein Hotel aussehen, in das Sie selbst gerne einchecken?

Mir ist der Zimmerservice sehr wichtig: Ich möchte gerne 24 Stunden lang Spiegelei bestellen können. Das ist der wahre Luxus!

Was war Ihr bis dato größter Rock’n’Roll-Moment?

Da waren schon recht viele große Momente dabei, das muss ich ganz unbescheiden sagen. Das Abschlussfest nach den Dreharbeiten gehört zu meinen Highlights, aber auch meine Moderation als „Schallbert Gilet“ am Wiener Rathausplatz vor 35.000 Leuten und 18 TV-Stationen, die live übertragen haben. Ich bin mit einem Federhut auf einem Damenfahrrad auf die Bühne geradelt – das war nicht schlecht. Ich bin gespannt, was sich die armenischen Fernsehzuschauer so gedacht haben.

Viel Rock 'n' Roll gibt's auch im „Making-of" zum Film und im aktuellen Trailer. Kinostart für „Hotel Rock’n’Roll“ ist am 26. August.