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Kinder beschäftigen & Home-Office: 5 Tipps

Zuhause arbeiten und Familienzusammenhalt stärken

Mit Strukturen, die für alle passen, klaren Regeln und kreativen Ideen sowie Ritualen bringt man Home-Office, Pausen und Freizeit unter einen Hut.

Kinder gewöhnen sich an fixe, digitale Zeiten, wenn sie diese nachvollziehen können.
Foto: golero/iStock

Bis ein veränderter Tagesablauf sich zuhause einpendelt, dauert es eine Weile. Wie beschäftigt man seine Kinder, wenn die Arbeitszeiten plötzlich nicht mehr durch externe Betreuung gedeckt sind? Wir wollen Sie mit einigen Tipps unterstützen, wie es funktionieren kann, wenn plötzlich alle Familienmitglieder mehr Zeit zuhause verbringen.

1. Klare Strukturen schaffen

Sind beide Elternteile zuhause im Home-Office, sollten klare Absprachen und Einteilung der Zuständigkeiten getroffen werden. Das Abwechseln kann stressmindernd wirken. Ist man mit dem Nachwuchs alleine zuhause, werden Zeitspannen altersgemäß ausverhandelt. Wichtig ist, dass die Kinder soweit wie möglich in die Planerstellung einbezogen sind bzw. diese nachvollziehen können.

3 Grundsatzfragen

  • Wer darf wann nicht gestört werden?
  • Wie lange möchte man an einem Stück arbeiten? Tipp: Acht Stunden sind illusorisch. Auch im Büro unterbrechen Kaffeepausen, ein Tratsch am Gang oder Besprechungen den Arbeitsalltag.
  • Ist ein tageweiser Betreuungswechsel oder ein Vormittag-/Nachmittag-Rhythmus möglich?
     

Überraschender Umkehrschluss

Klappt die Einteilung, ist es ein positiver Punkt für den Start in den Tag, wenn nicht mehr hektisch nach Schuhen, Jacken und Schulsachen gesucht werden muss, um pünktlich in der Schule und im Büro anzukommen. Angenehm ist es auch, wenn die Hetzerei nach der Arbeit für das pünktliche Ankommen im Kindergarten oder Hort entfällt – auch wenn man den vielstimmigen „Du bist abgeholt!“-Chor vermisst.

Schon kleine Kinder können sich über Videochats mit ihren Freunden unterhalten.
Foto: fizkes/iStock

2. Virtuelle Treffen als willkommenes Ritual

Schon die Kleinsten haben den Umgang mit Tablet, Notebook, MacBook oder Convertible drauf. Statt diese Geräte zu digitalen Babysittern werden zu lassen, können sie für bestimmte Rituale eingesetzt werden.

Bevor Kinder darunter leiden, dass sie ihre Freunde nicht sehen können, sollten Zeiten ausgemacht werden, wo sie sich zum gemeinsamen Malen, Plaudern oder Spielen via Bildschirm treffen können. Sich zu sehen, ist den normalerweise üblichen sozialen Kontakten ähnlicher als nur zu telefonieren.

Ebenso sinnvoll ist ein fixer Videochat-Termin mit Oma und Opa. Der Kontakt zur Familie und der Austausch der neuesten Erlebnisse macht Spaß und stärkt die digitalen Kompetenzen auf beiden Seiten. Auch liebgewonnene Traditionen wie z. B. das Vorlesen am Abend, wenn die Großeltern zu Besuch sind, können so weiterhin stattfinden.

Die Eltern im Home-Office können während dieser Qualitytime davon ausgehen, dass die Kinder keinen Unfug treiben und sich konzentriert ihrer Arbeit widmen, sobald die Leitung steht.

Zeitvertreib Konsole: Bei Tanzeinheiten und Fitnessspielen können Kinder überschüssige Energien abbauen.
Foto: Weekend Images Inc./iStock

3. Challenge accepted!

Kinder wollen sich messen. Bevor Streitereien zwischen Geschwistern eskalieren, sollte man für den sinnvollen Abbau von überschüssiger Energie sorgen. Statt sich im Freien auszutoben, sind Tanzeinheiten oder Fitnessspiele gute Alternativen für Bewegung zuhause.

Der Vorteil: Der Spaß steht statt dem Erzieherischen im Vordergrund. Lautes, beim Arbeiten störendes, durch die Zimmer flitzen entfällt.

Die Beschäftigung mit Konsolen ist ein beliebter Zeitvertreib, bei dem schnell mal ein bis zwei Stunden, vor allem bei älteren Kindern, wie im Flug vergehen.

Trotz knappem Zeitmanagement im Home-Office sollte das gemeinsame Essen an der Tagesordnung stehen.
Foto: Georgijevic/iStock

4. Gemeinsame Mahlzeiten

Damit das Essensthema nicht zur täglichen Herausforderung zwischen Distance Learning und Home-Office wird, ist das Planen von Mahlzeiten essentiell. Es gibt schnelle Gerichte, die gut vorzubereiten sind. Damit nicht das Gefühl aufkommt, dass alles an einer Person hängen bleibt, ist es sinnvoll, sich beim Kochen und Einkaufen abzuwechseln.

Sind die Kinder alt genug, sollten sie regelmäßig in die Speisenzubereitung miteinbezogen werden oder sogar die Alleinverantwortung dafür tragen.

Fixe Tagespunkte helfen Kindern und Erwachsenen durch den Tag mit Home-Office und Distance Learning.
Foto: Tatomm/iStock

5. Eine gesunde Portion Pragmatismus

Hat man sich erst von der Vorstellung verabschiedet, dass man seine Kinder die ganze Zeit über „entertainen“ muss, ist ein großer Schritt in Richtung entspannter Atmosphäre zuhause getan.

Denn jetzt ist der perfekte Zeitpunkt für den Nachwuchs (und nicht selten auch für die Eltern) zu lernen, dass aus Langeweile Kreativität entsteht oder man zu mehr positiver Aufmerksamkeit kommt, wenn man sich eine bestimmte Zeit lang still beschäftigt statt dauernd zu stören.

    Noch ein letzter Anker für ein entspanntes Miteinander sind folgende mögliche fixe Tagespunkte

    • Frühstück: Gemeinsamer Tagesbeginn in der Küche (Tipp: angezogen statt im Pyjama)
    • Vormittag: Arbeitszeit für die Erwachsenen und Lern- bzw. Kreativzeit für die Kinder
    • Mittagspause: Gemeinsame Mahlzeit zwischen 12 und 13 Uhr, wenn möglich gefolgt von einer kurzen Auszeit im Freien.
    • Nachmittag: Zweite Arbeits- und eigenständige Bastel-/Bewegungs-/Lernphase.
    • Feierabend: Zeit einplanen für offene Fragen zu Schulaufgaben, Entspannungsphase für jedes Familienmitglied, gemeinsames Filmschauen, Brettspiele, Rätsellösen und nicht zuletzt das Erledigen fälliger Hausarbeit.