von: mediamag.at-Redaktion

Smartphones: Dual-Kameras sind die Zukunft

Ohne zweite Linse geht nichts mehr

Die Kamera ist für viele Nutzer ein entscheidendes Kaufkriterium geworden. Ob Schnappschuss, Portrait oder Landschaftsaufnahme: Mit dem Handy wollen wir heute eindrucksvolle Bilder schießen. Kein Wunder, dass Smartphones mit Dual-Kameras immer beliebter werden.

Immer mehr Menschen verwenden Smartphone zum Fotografieren
Foto: iStock/franckreporter

Eine alte Fotografen-Regel besagt: „Die beste Kamera ist immer die, die man gerade dabeihat.“ Wie gut, dass die meisten Hersteller immer größeren Wert auf ausgefeilte Kameratechnik legen. Smartphones mit Dual-Kamera liegen im Trend. Viele Hobbyfotografen verzichten mittlerweile darauf, im Alltag eine Pocketkamera mitzuführen. Das Handy ist schließlich (fast) immer dabei und bietet zusätzlich die Möglichkeit, die Aufnahmen sofort über Social Media mit seinen Freunden und der Familie zu teilen.

Dual-Kamera ist nicht Dual-Kamera

Die Entwickler verfolgen allerdings unterschiedliche Strategien. Das iPhone 7 Plus ist das erste Smartphone aus dem Hause Apple, das auf der Rückseite mit einer Dual-Kamera (je 12 Megapixel) ausgestattet ist. Eine der Kameras hat ein 56-Millimeter-Teleobjektiv, die andere auf Kleinbild umgerechnet 28 Millimeter. Die Nutzer können das Smartphone also wie eine Zoomkamera verwenden. Ein 2-fach optischer Zoom und ein bis zu 10-facher Zoom stehen zur Verfügung. Der große Vorteil des optischen Zooms: Bildausschnitte können „echt“ vergrößert werden und nicht nur über die digitale Nachbearbeitung, was meist einen Qualitätsverlust mit sich zieht. Außerdem hat das iPhone 7 Plus einen optischen Bildstabilisator, was vor leichten „Wacklern“ guten Schutz bietet.

iPhone 7 Plus mit doppelter Linse
Foto: Apple

Weitwinkel-Profi

LG hat sein LG G5 auf der Rückseite dagegen mit einer Dual-Kamera ausgestattet, die aus jeweils zwei verschiedenen Linsen und Sensoren besteht. Ein Sensor bietet dabei 16 Megapixel und einen 78-Grad-Weitwinkel, die zweite Kamera macht Bilder mit nur 8 Megapixel, deckt dafür aber ein Blickfeld von 135 Grad ab. Nutzer können über die Kamera-App zwischen den beiden Kameras hin und her switchen. Praktisch: Beim Zoomen wechselt die Kamera-App automatisch die Objektive. 

Leica-Charme

Noch vor dem iPhone 7 Plus hat Huawei sein Flaggschiff mit dem Know-how von Leica mit einer doppelten Linse ausgestattet. Trotz der identischen Auflösung von jeweils 12 Megapixel unterscheidet sich das Huawei P9 vom Apple-Modell: Hier sind nämlich eine RGB- und eine Monochrom-Kamera (jeweils mit f/2.2-Blende) vorhanden. Während eine Fotos in Farbe aufnimmt, schießt die andere Bilder in Schwarz-Weiß. Die zeitgleich erstellten Ergebnisse werden softwareseitig zu einem Bild zusammengerechnet. Durch die Dual-Kamera lassen sich im Nachhinein bestimmte Schärfe- und Unschärfe-Effekte in den Fotos anwenden. Die Dual-Cam verfügt außerdem über einen zweifarbigen LED-Blitz.

Schwarz-Weiß-Profi

Honor hat es dem Mutterkonzern Huawei nachgemacht und mit dem Honor 8 ebenfalls ein Smartphone mit Dual-Kamera auf den Markt gebracht. Dabei setzt das chinesische Unternehmen auf nahezu die gleiche Kamera-Technik, die auch im Huawei P9 zum Einsatz kommt – Leica-Branding gibt es aber keines. Die beiden Kameras bieten jeweils 12 Megapixel sowie eine f/2.2-Blende, wobei eine Schwarz-Weiß- Aufnahmen macht und die andere den gesamten Farbraum abdeckt. Zusammengefügt sollen beide Aufnahmen für mehr Tiefenschärfe sorgen und auch der Fokus lässt sich wie beim Huawei P9 nachträglich verstellen.