von: mediamag.at-Redaktion

Schrei, Wilhelm, schrei!

Der berühmteste Soundeffekt Hollywoods

Kinofilme ohne Special Effects? Heute kaum noch vorstellbar! Doch schon Jahrzehnte vor Erfindung von CGI-Technik und 3D-Kameras wurde beim Dreh pausenlos getrickst. Einer der ältesten Soundeffekte ist mittlerweile ein legendären Running Gag.

Der berühmteste Soundeffekt Hollywoods
Foto: ImagesbyTrista_iStock

Man muss wahrlich kein Filmkenner sein, um den kultigsten Soundeffekt der Filmgeschichte zu kennen: Ob Uralt-Western, Science Fiction-Epos, Teenie-Komödie oder brandneuer Animationsstreifen – sie alle verwenden mit Vorliebe den „Wilhelmsschrei“. Vor allem dann, wenn es einem der Protagonisten an den Kragen geht.

Bei dem Wilhelmsschrei (engl. Wilhelm scream) handelt es sich um einen Soundeffekt aus einer kommerziellen Klangbibliothek, wie sie tagtäglich millionenfach verwendet werden. 1951 war er im Western „Die Teufelsbrigade“ mit Gary Cooper erstmals zu hören, als eine Nebenfigur von einem Krokodil gefressen wurde.

Der Wilhelmsschrei ist der bekannteste Soundeffekt Hollywoods.
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Der Schrei ging dem Publikum dermaßen durch Mark und Bein, dass er seither immer wieder verwendet wurde. Und zwar so oft, dass er sich mit der Zeit zum Running Gag entwickelte. Mehr als fünf Jahrzehnte später taucht der Wilhelmsschrei bei zahllosen, oft auch unpassenden Gelegenheiten in mehr als 300 Filmen, TV-Serien und Videospielen auf. Als großer Fan gilt auch George Lucas, der den Schrei in sämtlichen Folgen seiner Star Wars- und Indiana Jones-Filme unterbrachte. Auf Youtube überbieten sich die Kinofans gegenseitig mit teils aufwändigen Compilations aus fünf Jahrzehnten der Filmgeschichte.

Der Name Wilhelmsschrei leitet sich übrigens von der Nebenfigur Wilhelm im Film „Der brennende Pfeil“ ab. Ben Burtt, seines Zeichens Sound-Designer von Star Wars, nahm fälschlicherweise an, dass der Schrei in diesem Film erstmals verwendet worden sei. Auf wen der Schrei ursprünglich zurückgeht, steht nicht zweifelsfrei fest: Die meisten Quellen geben dem amerikanischen Country-Sänger Sheb Wooley die Schuld, der 2003 im Alter von 82 Jahren an Leukämie starb.