von: mediamag.at-Redaktion

So funktioniert ein Mikrowellenherd

Das Lieblingsgerät aller Singles wird bald 70.

Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich so mancher Alltagsgegenstand als wahres Wunder der Technik. So auch der Mikrowellenherd. Das praktische Küchengerät steht in beinahe jedem Haushalt. Wie es wirklich funktioniert, wissen aber nur die Wenigsten.

So funktioniert ein Mikrowellenherd
Foto: monkeybusinessimages/iStock

Man schrieb das Jahr 1947, als in den USA das erste Mikrowellengerät auf den Markt kam: Es kostete unglaubliche 5000 Dollar, wog 350 Kilo und war 1,70 Meter hoch. Knapp 70 Jahre und einige Entwicklungsstufen später ist ein Mikrowellenherd in unseren Haushalten so alltäglich wie elektrischer Strom und fließendes Wasser. Doch gerade deswegen zahlt es sich aus, die Technik eines Mikrowellenherds zu verstehen. Denn das Prinzip ist nach wie vor gleich.

Das Lieblingsgerät aller Singles wird bald 70.
Foto: Sergemi/iStock

Reibungswärme als Grundprinzip

Wie schon der Name verrät, wird in einem Mikrowellenherd Mikrowellen-Strahlung dazu verwendet, um die Wassermoleküle in den Speisen in Bewegung zu setzen und so zu erwärmen. Das Prinzip dahinter ist gleichermaßen simple wie genial: Die Wassermoleküle lassen sich besonders einfach bewegen, weil sie eine positiv und eine negativ aufgeladene Seite haben.

Rotierende Moleküle

In einem elektrischen Feld wirken auf diese sogenannten „Dipole“ verschieden intensive Kräfte aus unterschiedlichen Richtungen. Die Wasserteilchen versuchen dabei, sich wie eine Kompassnadel nach diesen Kräften auszurichten. Da das elektrische Feld in einem Mikrowellenherd ständig hin und her wechselt, beginnen die Wasserteilchen zu rotieren. Dabei reiben sie aneinander, wodurch Wärme entsteht. Das Gericht erwärmt sich. Da Mikrowellen folglich Wasser in den Zellen benötigen, um Speisen zu erwärmen, funktioniert das Prinzip nicht bei jedem Gericht gleich gut. Um diesen Nachteil auszugleichen, besitzen die meisten Mikrowellenherde drehende Teller.

Reibungswärme als Grundprinzip
Foto: Willowpix/iStock

„Magnetron“ produziert Strahlung

Die für den Betrieb notwendige Strahlung wird in Mikrowellenherden mit Hilfe eines sogenannten „Magnetron“ erzeugt. Damit ist natürlich nicht ein tyrannischer Charakter aus einem „Transformers“-Film gemeint, sondern ein Magnetfeld, durch das Elektronen auf eine kreisförmige Bahn gebracht werden. Fliegen diese an metallischen Kammern vorbei, bildet sich die Mikrostrahlung. Ganz ungefährlich ist die Sache dennoch nicht: Da auch die Zellen des Menschen Wasser beinhalten, würden diese unter dem Einfluss von Mikrowellen ebenfalls beginnen zu rotieren. Aus diesem Grund sind Mikros sorgfältig mit Metallkäfigen und einem Metallgitter hinter der Glasscheibe gesichert.