von: mediamag.at-Redaktion

4 Fragen an eine E-Sport-Schiedsrichterin

Das eBundesliga- Finale naht

Yvonne Scheer, Spielerin, Genderbeauftragte und Schiedsrichterin beim ESVÖ beantwortet vier Fragen zu den Aufgaben der „Offiziellen“ bei der eBundesliga.

Aufgaben einer E-Sport-Schiedsrichterin.
Quelle: eBundesliga / Sarah Langoth

Professionelle Unterstützung

Die Finale der zweiten Saison der krone.at-eBundesliga finden am 19. Jänner und 2. Februar 2019 statt. Seit den Qualifikationsspielen wird das Event unter anderem vom ESVÖ, dem „eSport Verband Österreich“, unterstützt. Lizensierte Schiedsrichter sorgen für einen regelkonformen Spielablauf. Yvonne Scheer, selbst Spielerin sowie Genderbeauftragte und Schiedsrichterin beim ESVÖ war bereits bei den Klub-Events im Einsatz und wird auch die Finalspiele mit Argusaugen verfolgen. Im Interview beantwortet sie vier Fragen zu ihren Aufgaben.

Interview mit Yvonne Scheer.
Bild: AuT pBo

Was ist die Aufgabe eines Schiedsrichters bei E-Sport-Turnieren wie der eBundesliga?

Die „ESVÖ“-Schiedsrichter (Anm.: Der ESVÖ unterstützt den elektronischen Sport in all seinen Bereichen) betreuen den gesamten Turnierablauf und tragen die Ergebnisse der einzelnen Spiele in die Tabellen ein. Sie achten auf ein sportliches Verhalten der Gamer und darauf, dass die vorgegebenen Regeln eingehalten werden. Sie helfen außerdem bei technischen Schwierigkeiten an den Konsolen und sind wichtiger Entscheidungsträger in Problemfällen.

Wie wird man E-Sport-Schiedsrichter?

Der ESVÖ bietet kostenfreie Seminare zum „lizenzierten Schiedsrichter“ an. Diese haben in den vergangenen Jahren in der „Area52“ in Wien stattgefunden. Die Weiterbildung ist in „Standard“ und „Advanced“ unterteilt und findet an zwei halben bzw. an einem Tag statt und ist unabhängig von einzelnen Videospielen.

Wie verhält man sich im Streitfall?

Als Schiedsrichter hat man eine neutrale Position einzunehmen und hört sich daher im ersten Schritt immer beide Seiten eines Problems an. Grundsätzlich entscheidet man nach eigenem Ermessen und hält gegebenenfalls Rücksprache mit anderen Schiedsrichtern bzw. dem „Head-Schiedsrichter“. Der Sportsgeist wird im E-Sport großgeschrieben, daher wird ein unsportliches Verhalten in keiner Weise toleriert. Im Extremfall müssen Spieler mit dem Ausschluss aus einem Turnier rechnen.

Beschreiben Sie den Einfluss der eBundesliga auf den E-Sport-Trend in Österreich

Die eBundesliga ist einer der Vorreiter und treibenden Kräfte der heimischen E-Sport-Szene. Es ist schön zu sehen, dass ein E-Sport-Event in Österreich so ein breites Publikum erreicht: Alle Qualifikationen wurden live auf der Streaming-Plattform Twitch gezeigt und die beiden Finale können über SKY Sport Austria mitverfolgt werden. Dank vieler namhafter Sponsoren (Anm.: MediaMarkt ist zum wiederholten Male Premium Partner der eBundesliga) ist diese Liga auf dem besten Weg, sich als Fixpunkt in der österreichischen E-Sport-Szene zu etablieren.