von: mediamag.at-Redaktion

Hören in 3D

So funktioniert Dolby Atmos

Kinofilme in 3D zu sehen, ist mittlerweile längst Normalität. Doch hören in 3D, das ist neu. Dolby Atmos heißt die spektakuläre Technik, die vorerst nur in ausgesuchten Kinosälen zum Einsatz kommt. Das neue Tonformat verspricht ein dreidimensionales Klangerlebnis – bald auch Zuhause auf dem Sofa und sogar unterwegs am Smartphone.

Hören in 3D
Foto: Deklofenak_iStock

Der wichtigste Unterschied zur bisherigen Tontechnik: Bis dato waren Tonaufzeichnungen stets an Kanäle gebunden und wurden bei der Produktion dementsprechend abgemischt. Jeder Soundeffekt – beispielsweise eine Explosion – war somit mit einem ganz bestimmten Lautsprecher oder einer Lautsprecher-Gruppe zugeordnet. Was bei ortsgebundenen Geräuschen relativ gut funktionierte, wird bei komplexeren Filmszenen problematisch – etwa bei einem Dialog im Regen, wenn Geräusche aus unterschiedlichsten Richtungen ans Ohr dringen sollten.

Audio-Objekte werden im Raum „platziert“

Dieses Problem löst Dolby Atmos durch das sogenannte objektbasierte Tonverfahren: Einzelne Soundeffekte werden dabei in einer Art Koordinatensystem mit zusätzlichen Tiefen- bzw. Höheninformationen versehen und können dadurch flexibel im Raum „platziert“ werden. Theoretisch wird dadurch eine unbegrenzte Anzahl von Tonspuren möglich, in der Praxis unterstützt die Technik schon jetzt bis zu 128 Audio-Objekte und 64 verschiedene Lautsprechersignale. Positioniert werden die Geräusche mithilfe zusätzlicher Atmos-Speaker an der Kino-Decke.

Bald auch im Heimkino

Wie immer bei neuen Technik-Standards ist die Anzahl der kompatiblen Inhalte zu Beginn noch begrenzt. Als erstes Kino in Österreich verfügt das Cineplexx Linz seit November 2015 über einen Saal mit Dolby Atmos-Technik. Der erste Film 3D-Sound war übrigens der Pixar-Streifen „Merida – Legende der Highlands“ aus dem Jahr 2012. Die gute Nachricht für alle Early-Adopter: Dolby Atmos soll Ankündigungen zufolge auch abwärts-kompatibel mit 5.1 bzw. 7.1-Soundanlagen werden. Optimale Resultate versprechen natürlich 5.1.4 oder 7.1.4-Aufstellungen mit jeweils vier zusätzlichen Decken-Lautsprechern.