von: mediamag.at-Redaktion

Facebook macht Kunst

Künstliche Intelligenz am Smartphone

Facebook plant eine neue App, die Videos in wahre Kunstwerke verwandeln soll und bedient sich dabei künstlicher Intelligenz.

Künstliche Intelligenz kommt auf Smartphones.
Foto: iStock/JackyLeung
Prisma macht jetzt schon Kunst aus Videos.
Foto: Prisma Labs, inc.

Videos verschönern kennt man bereits, seit es Prisma (für Android und für iOS) gibt. Nun plant auch Facebook eine App, die aus normalen Videos und Fotos wahre Kunstwerke machen soll.

„Style Transfer“ nennt sich Facebooks neueste Entwicklung, die derzeit in Irland getestet wird. Das neue Kamera-Feature lässt User verschiedenste Filter anwenden und macht so aus Videos oder Bildern Werke, deren Machart an Künstler erinnern soll.

In Echtzeit verwandelt "Style Transfer" Videos in Kunstwerke.
Montage: Content Creation Gmbh, Facebook Inc.

Die App orientiert sich an Malstilen bekannter Künstlern, der Nutzer wählt seinen Favoriten, und in Echtzeit werden die Videos oder Bilder entsprechend umgestylt. Die Umsetzung in Echtzeit ist auch der größte Unterschied zu Prisma, bei dem die Filter erst nach einigen Sekunden angewendet werden.

Künstliche Intelligenz

Um die Filter in dieser Form nutzbar zu machen, bedient sich Facebook intelligenter Algorithmen. Die Technologie, die dahinter steckt, nennt sich „Caffe2Go“ und ist ein so genanntes „Deep Learning-System“. Deep Learning orientiert sich an der Arbeitsweise des Gehirns und simuliert das dichte Netz aus Nervenzellen.

So genannte Software-Neuronen kommunizieren miteinander und erarbeiten eine Lösung für ein gestelltes Problem. Dafür werden Vorgänge immer wieder durchgespielt, erfolgreiche Verbindungen gestärkt, wenig erfolgreiche hingegen gekappt – wie im menschlichen Gehirn. Deep Learning lernt aus Erfahrung und kann so beispielsweise menschliche Gesichter unterscheiden oder Sprachen erkennen. Apples Siri etwa basiert auf Deep Learning.

Die App von Facebook erledigt ihre Aufgaben nicht auf einem Server, sondern ist als Framework direkt in die Smartphone-App integriert. Dadurch entstehen die Echtzeit-Effekte, die etwa bei Prisma von einem leistungsstarken Rechner erstellt werden. „Style Transfer“ benötigt keine Internet-Verbindung, da sämtliche Prozesse direkt am Smartphone passieren.