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USV-Anlagen bieten Schutz vor kurzen Stromausfällen

Alle Infos über die praktischen Geräte

Im Falle eines Stromausfalls versorgen USV-Anlagen angeschlossene Geräte weiterhin mit Strom. Was es damit auf sich hat, welche Unterschiede es bei USV-Anlagen gibt und wie man sich für einen etwaigen Stromausfall wappnen kann, erfahren Sie hier!

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Stromausfall während der Computerarbeit
Foto: vjajic/iStock

Wie USV-Anlagen funktionieren

Die Abkürzung USV steht für „unterbrechungsfreie Stromversorgung“. Vereinfacht gesagt handelt es sich bei einer USV-Anlage um einen Akku mit Kontrollschaltung, der zwischen eine Steckdose und elektronische Geräte wie zum Beispiel ein Server oder Router gesteckt wird. Die USV-Anlage überwacht permanent den Stromfluss zwischen Geräten und Steckdose, gleichzeitig wird der Akku aufgeladen. Kommt es zu einem Stromausfall, übernimmt der Akku innerhalb von Millisekunden die Stromversorgung für die angeschlossenen Geräte.

Modelle mit zusätzlichem Überspannungsschutz überwachen auch die Stromspitzen. Sollte es zu einem Blitzeinschlag kommen, sorgen solche USV-Anlagen dafür, dass die Geräte vom Stromnetz genommen werden. Je nach System können die Anlagen Schutz bei Stromausfällen, Unter- und Überspannungen, Frequenzabweichungen und Oberschwingungen bieten.

USV-Anlagen im Detail
Foto: Fahroni/iStock

Diese USV-Anlagen gibt es

USV-Systeme sind in unterschiedlichen Bauweisen erhältlich: Einige Geräte sehen aus wie Mehrfachsteckdosen, andere wie kleine Computergehäuse. USV-Anlagen gibt es als Offline- oder Stand-by-Version sowie als Online-Variante. Offline-Systeme sind günstiger und reichen den Strom von der Steckdose direkt an die angeschlossenen Geräte weiter. Außerdem zweigen sie Strom für den Akku ab. Bei einem Online-USV-System erhalten die angeschlossenen Geräte permanent Strom vom Akku. Der Vorteil: Bei einem Stromausfall erfolgt die Umschaltung schneller als bei Offline-Anlagen. Bei sehr empfindlichen Geräten ist also ein Online-System sinnvoller.

Der Unterschied zwischen USV und BSV

USV-Anlagen verfügen über eine hohe Wattleistung, die Energiekapazität reicht allerdings nur für wenige Minuten. Das liegt daran, dass es hierzulande selten zu Stromausfällen kommt. Und falls doch, sind diese in der Regel in kürzester Zeit behoben. USV-Anlagen sind also nicht für die Überbrückung von länger andauernden Stromausfällen konzipiert. Eine höhere Energiekapazität haben Systeme mit einer sogenannten batteriegestützten Stromversorgung (BSV). Diese Anlagen kommen zum Beispiel in Krankenhäusern und Arztpraxen zum Einsatz, bei ihnen ist die Stromversorgung für mindestens drei Stunden gewährleistet.

USV-Anlagen kaufen im Online-Shop
Foto: ipopba/iStock

Tipps für den Kauf von USV-Anlagen

Die Anschaffung einer USV-Anlage ist auch für den Privatgebrauch sinnvoll – Netzwerkrouter, Computer, Spielekonsole, TV-Gerät oder Sicherheitssystem werden trotz Stromausfall weiterhin mit Strom versorgt. Je nach Leistung steigt der Preis des USV-Systems. Anhand der Autonomie- oder Überbrückungszeit erkennt man, wie lange ein System die angeschlossenen Geräte mit Strom versorgt. Neben der Autonomiezeit sollte man wissen, wie viel Voltampere (VA) beziehungsweise Watt die angeschlossenen Geräte bei maximaler Leistungsaufnahme verbrauchen. Denn: Sowohl der Watt- als auch der VA-Wert der Elektronikgeräte darf nicht den Watt- und VA-Wert der USV-Anlage überschreiten.

Möchte man beispielweise den Computer im Falle eines Stromausfalls weiterhin nutzen können, dann sollte man zu einer USV-Anlage mit circa 700 Watt greifen. Ein PC-Netzteil mit 300 Watt und ein Monitor mit maximal 150 Watt liegen in der Summe deutlich unter dem Wert. Man muss dabei aber bedenken, dass ein High-End-Gaming-Rechner deutlich mehr Strom verbraucht als ein herkömmlicher Büro-PC.

Stromausfall
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Szenario Stromausfall: Nicht vergessen

Ein Stromausfall kommt selten vor. Laut der Regulierungsbehörde E-Control mussten heimische Haushalte im Jahr 2021 im Schnitt 23 Minuten ohne Elektrizität auskommen. Kommt es dennoch zu einem Stromausfall, ist es von Vorteil, einige Dinge im Haushalt zu haben.

Mit einer Taschenlampe behält man auch ohne die normale Beleuchtung den Überblick. Je nach Modell benötigt man unterschiedliche Batterien. Man sollte zudem Ersatzbatterien in Reserve haben. Es gibt auch solarbetriebene Taschenlampen und LED-Leuchten – und natürlich Kerzen und Teelichter, die man per Feuerzeug oder Streichholz anzündet. Ohne Strom funktioniert auch die Heizung nicht mehr. Wenn man einen Kamin oder Ofen besitzt, ist ein Vorrat an Kohle, Briketts oder Holz ratsam.

Sicherungskasten
Foto: Gregory_DUBUS/iStock

Ist der Strom weg, kühlt der Kühlschrank nicht mehr. Daher ist es sinnvoll, Lebensmittel und Getränke im Haushalt zu haben, die nicht gekühlt werden müssen. Kleinere Mahlzeiten lassen sich mit einem Campingkocher zubereiten. Oder man greift zu einem Garten- oder Tischgrill, der mit Kohle oder Gas betrieben wird.

Achten Sie darauf, dass die Akkus von Laptop, Smartphone und anderen elektronischen Geräten geladen sind. Empfehlenswert ist auch die Anschaffung einer Powerbank und eines solarbetriebenen Batterieladegeräts.

USV-Anlagen helfen bei Stromausfällen
Foto: Supersmario/iStock

Zusammenfassung: Das ist wichtig zu wissen

  • USV steht für „unterbrechungsfreie Stromversorgung“.
  • Eine USV-Anlage wird zwischen eine Steckdose und elektronische Geräte gesteckt.
  • Während eines Stromausfalls übernimmt eine USV-Anlage für kurze Zeit die Stromversorgung der angeschlossenen Geräte.
  • Neben USV-Anlagen gibt es eine batteriegestützte Stromversorgung (BSV). Diese Systeme sind für eine längere Stromversorgung ausgelegt.
  • Der Watt- und VA-Wert der angeschlossenen Elektronikgeräte dürfen nicht den Watt- und VA-Wert der USV-Anlage überschreiten.
  • Bei einem Stromausfall ist es hilfreich, Taschenlampen, Batterien und Powerbanks im Haushalt zu haben. Elektronische Geräte sollten außerdem stets geladen sein.

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