von: mediamag.at-Redaktion

Homeoffice: Tipps für mehr Zufriedenheit

Überlastung und Isolation als Problem

Manche Menschen blühen im Homeoffice auf, andere fühlen sich von ihrem Team isoliert. Hier sind Tipps für mehr Arbeitszufriedenheit in den eigenen vier Wänden.

Tipps für mehr Zufriedenheit im Homeoffice
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Homeoffice bleibt

Der Umzug vom Büro ins Homeoffice war eine notwendige Konsequenz, die aus dem Verlauf der Pandemie gezogen werden musste. Um die Ansteckungsrate niedrig zu halten, wurde schlagartig von zuhause gearbeitet. Was in den ersten Wochen wie eine temporäre Lösung aussah, wird uns wohl noch längere Zeit begleiten. Laut einer Studie der Arbeiterkammer (durchgeführt von IFES) haben im vergangenen Jahr 40 % der heimischen Arbeitnehmer das „Mobile Office“ in ihren Berufsalltag integriert. Das Arbeiten von Zuhause ist die „neue Normalität“, doch birgt sie einige schwerwiegende Probleme und Herausforderungen.

Manche Menschen fühlen sich im Homeoffice pudelwohl.
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Ein Idealzustand?

Für einige Menschen ist mit der Telearbeit ein langgehegter Wunsch in Erfüllung gegangen. Sie können wichtige Hausarbeiten in den Pausen zwischendurch erledigen und haben auf diese Weise mehr Freizeit. Sie genießen, dass sie auf ihre gut ausgestattete Küche sowie die volle Vorratskammer zurückgreifen können und kochen jeden Tag gesunde und schmackhafte Mahlzeiten. Mit ihrem Team sind sie via Telefon und Videocall verbunden und tauschen so wichtige Nachrichten aus und frönen ab und zu dem Büroklatsch.

Viele Menschen fühlen sich im Homeoffice überlastet und alleingelassen.
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Für viele die Realität

Viele Menschen verkraften den Umzug an den heimischen Schreibtisch weniger gut. Sie fühlen sich isoliert, alleingelassen mit ihren Aufgaben und haben das subjektive Gefühl rund um die Uhr zu arbeiten. Sie sind in der Mehrfachrolle als Arbeitnehmer, Eltern, Homeschooling-Lehrer und Hausfrau/-mann überfordert und wünschen sich insgeheim, dass ein Tag 48 Stunden hätte.

Die Mehrfachbelastung steigt im Homeoffice.
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Neue Strukturen

Die Arbeit muss neu organisiert werden. Auf viele Ressourcen kann nicht mehr oder nur schwieriger zugegriffen werden. Was früher schnell im Vorbeigehen geklärt wurde, bedarf jetzt eines Telefonats oder einer E-Mail. Information wird nicht so selbstverständlich weitergegeben wie vorher und das Frust-Level steigt. Zudem haben Arbeitnehmer mitunter das Gefühl überkompensieren zu müssen, damit ja nicht der Verdacht aufkommt, sie wären im Homeoffice untätig. Alle diese Faktoren treffen auf viele Menschen zu und sie haben eines gemeinsam: Sie lösen ungesunden Stress aus. Im Grunde gibt es hier nur ein wirksames Gegenmittel: Kommunikation. Wer sich austauscht, findet Lösungen oder alternative Wege ein Problem in Angriff zu nehmen.

  • Gerade Führungskräfte sind hier gefragt, ihre Arbeitnehmer an wichtigen Punkten abzuholen und zu unterstützen.
     
  • Den internen Selbstschutz aktivieren und akzeptieren, dass manche Anforderungen einfach nicht erfüllt werden können, ohne dass man sich selbst schadet.
Ein Chat mit Kollegen hebt die Laune und verringert das Gefühl der Isolation.
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Zwischenmenschliches fehlt

Im Büro wird die Arbeit – oft unmerklich – durch kleine Gespräche unter Kollegen aufgelockert. Am oft zitierten Wasserspender oder in der Kaffeeküche werden Privates und Berufliches ausgetauscht und man bekommt das Gefühl, Teil eines Teams zu sein. Zuhause lassen sich diese Plaudereien viel schwieriger in Gang bringen. Das zufällige Aufeinandertreffen fehlt und jede Kommunikation muss von einem der Teilnehmer bewusst begonnen werden. Hier helfen vorher vereinbarte gemeinsame Mittagspausen, in denen jeder mit dem Teller vor dem privaten Smartphone oder Notebook Platz nimmt. Beim Essen kann für eine halbe Stunde (oder länger) hemmungslos geplaudert werden.

  • Falls Sie sich alleingelassen oder überfordert fühlen, sprechen Sie mit Ihren Kollegen darüber. Vermutlich kämpfen weitere Mitarbeiter mit denselben Problemen wie Sie.
Pausen im Homeoffice sind wichtig für das Wohlbefinden.
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Trennschärfe nachstellen

Arbeit und Freizeit muss deutlich abgegrenzt werden. Die Entgrenzung von Beruf und Privatem kann im schlimmsten Fall zu einem Burn-out führen. Wer am selben Tisch arbeitet, seine Mahlzeiten einnimmt und sich mit der Familie unterhält, lässt die feine Linie zwischen Beruf und Freizeit verschwimmen. Je weiträumiger sich die beiden Bereiche trennen lassen, umso besser wird abends in den Entspannungsmodus übergegangen. Routinen helfen dabei, fixe Pausen und Arbeitszeiten einzuhalten. Planen Sie regelmäßig Spaziergänge zur Auflockerung ein und setzen Sie sich fixe Bürozeiten. „Always on“ macht krank, denn Präsenz im Büro kann nicht durch ständige Erreichbarkeit ersetzt werden.

  • Wer einen eigenen Raum zur Verfügung hat, sollte in diesem seine Homeoffice-Zelte aufschlagen.
     
  • Pyjama und Freizeitkleidung sollten bis zum Arbeitsende im Kasten bleiben. Plus: In legerer Arbeitskleidung ist man jederzeit für spontane Videocallsbereit.