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Profi-Kamera: Tolle Geräte für Foto-Experten

Modelle von Canon, Nikon, Fujifilm und Panasonic

Echte Fotografen begnügen sich nicht mit Handys. Eine waschechte Profi-Kamera muss her, wenn es um den beruflichen Einsatz geht. Die DSLR hat weiterhin ihre Anhänger, zunehmend übernehmen spiegellose Systemkameras das Ruder. Wir haben empfehlenswerte Profi-Kameras für Sie herausgesucht.

  Lesedauer: 4 Minuten

Die Vorteile von Profi-Kameras
Foto: Canon

Diese Vorteile haben Profi-Kameras

Wechselbare Objektive: Ob DLSR oder spiegellose Systemkamera (DSLM), bei Profi-Kameras können Sie das Objektiv austauschen. So lässt sich dieselbe Kamera für eine Vielzahl an Motiven einsetzen – es gibt zahlreiche Möglichkeiten, von Makroaufnahmen aus nächster Nähe bis hin zu großem Zoom aus der Ferne. Die Kameraserien der Hersteller haben oft verschiedene Bajonettanschlüsse. Achten Sie darauf, dass das gewünschte Objektiv mit der Kamera kompatibel ist.

Große Sensoren: Profi-Kameras haben viel größere Bildsensoren als Smartphones. Diese fangen mehr Licht ein und sorgen bei verschiedensten Lichtbedingungen für eine hohe Bildqualität. Es fängt an mit Micro-Four-Thirds Sensoren, geht über APS-C-Sensoren und dann über die Vollformat- bis hin zu den riesigen Mittelformatsensoren. Vollformat-Sensoren werden auch als „Kleinformat“-Sensoren bezeichnet.

Gründe für Profi-Kameras
Foto: Dony/Getty Images

Schneller Autofokus: Sport- und Tierfotografen sind auf scharfe Bilder von sich schnell bewegenden Motiven angewiesen. Profi-Kameras bieten einen rasanten Autofokus, so entgeht Ihnen kein entscheidender Augenblick.

Verlässlich hohe Bildqualität: Bei Smartphones und Kompaktkameras wechseln sich gelungene mit weniger gelungenen Aufnahmen ab. Mit Profi-Kameras knipsen Sie auch bei wenig Licht und von rasant vorbeihuschenden Motiven scharfe Aufnahmen in hoher Qualität.

Nützliches Zubehör: Für Profi-Kameras gibt es umfassendes Zubehör, darunter Blitzgeräte, Objektive, Filter und Mikrofone. So können Sie für jede Aufnahmesituation die geeignete Technik wählen.

Empfehlenswerte Profi-Kameras

Mit unserer Liste erfahren Sie, welche Profi-Kameras in den Tests verschiedener Fachmagazine mit am besten abgeschnitten haben. Auch verraten wir die Stärken und Schwächen der verschiedenen Modelle.

„Canon EOS R5": Geniale Spiegellose für Fotos

Die Canon EOS R5" ist das spiegellose Vorzeigemodell des Herstellers. Der Vollformat-Sensor erlaubt Fotos mit einer Auflösung von 45 Megapixeln. Es gibt bemerkenswerte 5.940 Autofokus-Positionen. So lässt sich der Autofokus auch auf kleine bewegliche Motive scharf stellen. Serienaufnahmen sind mit bis zu 20 Bildern pro Sekunde über den elektronischen Verschluss möglich. Ein besonderes Highlight sind die 8K-RAW-Videos in 12 Bit, die über die gesamte Sensorbreite der Kamera aufgezeichnet werden können.

Bis zu acht Stufen Verwacklungsschutz versprechen scharfe Bilder, auch wenn der Fotograf gerade nicht stillhalten kann. Dank WLAN und Bluetooth können Sie die Aufnahmen gleich vor Ort übertragen. Ansonsten kommen sie auf einer CFexpress- oder UHS-II-Speicherkarte unter. Den 3,15 Zoll großen Touchscreen können Sie neigen, schwenken und um 180 Grad umklappen. Das abgedichtete Gehäuse erlaubt den Einsatz unter widrigen Wetterbedingungen.

Zu den Nachteilen zählen das Überhitzen bei längeren 8K-Videos und der Umstand, dass die Videoaufnahme grundsätzlich auf rund 30 Minuten begrenzt ist.

„Nikon Z 6II": Top-Spiegellose für Sport- und Tierfotografie

Die „Nikon Z 6II" ist eine spiegellose Systemkamera für Profis und deutlich günstiger als das hochauflösende Topmodell „Nikon Z 7II". Die „Nikon Z 6II" bietet einen Vollformatsensor mit einer Fotoauflösung von bis zu 24,5 Megapixeln. Zu den Highlights zählen auch 273 Autofokus-Positionen, eine integrierte 5-Achsen-Stabilisierung und zwei Speicherkartenslots: einer für UHS-II und einer für XQD-Speicherkarten. Das Gehäuse ist abgedichtet, so können Sie die Kamera auch bei widrigen Wetterverhältnissen verwenden.

Tester loben häufig die sehr gute Bildqualität mit großem Kontrastumfang und beeindruckender Detailauflösung sowie den starken Autofokus. Nachteile: Das 3,2 Zoll große Display lässt sich zwar neigen, aber nicht schwenken. Serienaufnahmen sind mit bis zu 14 Bildern pro Sekunde möglich, was für spiegellose Kameras kein Highlight ist.

„Fujifilm X-T4": Günstige Spiegellose für Fotos und Videos

Die „Fujifilm X-T4" setzt auf einen kleineren APS-C- statt einen Vollformatsensor. So kommt es, dass sie im Vergleich zu den meisten anderen Kameras auf unserer Liste spürbar weniger kostet. Die praktischen Einbuße durch den kleineren Sensor scheinen eher gering zu sein. Die Kamera wurde von der Stiftung Warentest mit der Note 1,4 ausgezeichnet und bekam von der „Digital Photography Review" den Gold Award.

Die „X-T4" überzeugt mit einer hohen Bild- und Videoqualität sowie mit professionellen Videofunktionen. Sie schafft eine Serienaufnahme von 15 Bildern pro Sekunde bei mechanischem Verschluss. Dank des wetterfesten Gehäuses können Sie die Kamera an den verschiedensten Orten einsetzen. Der neig- und schwenkbare Bildschirm, der OLED-Sucher mit 100-prozentiger Blickfeldabdeckung und die beiden UHS-II-SD-Kartenslots sind weitere Vorzüge.

Zu kritisieren sind der fehlende Klinken-Kopfhöreranschluss, das 30-Minuten-Limit für Videos und die von Motiv und Objektiv abhängige Autofokusleistung.

„Panasonic Lumix DC-S1R": Top-Kamera für Landschaftsaufnahmen

Mit einem Vollformatsensor und einer hohen Fotoauflösung von bis zu 47,3 Megapixeln ist die „Lumix DC-S1R" ein echter Spezialist für Details. Das stabile Gehäuse mit Wetterschutz verrät ebenso einen passenden Einsatzzweck der Lumix: Landschaften einzufangen. Es gibt einen eingebauten Bildstabilisator, einen OLED-Sucher mit 100-prozentiger Blickfeldabdeckung und neben einem UHS-II-Kartenleser obendrein einen Leser für die schnelleren XQD-Speicherkarten. Praktisch: Den 3,2 Zoll großen Touchscreen können Sie neigen und schwenken.

Zu den Stärken der Kamera zählen die hohe Bildschärfe und die Detailtreue, die wertige Verarbeitung, der große und scharfe Sucher, der bewegliche Touchscreen und die hohe Autofokusleistung für Fotos. Nachteile sind das große und schwere Gehäuse und die auf sechs Bilder pro Sekunde begrenzten Serienaufnahmen. Auch werden der pumpende kontinuierliche Autofokus bei der Videoaufnahme kritisiert sowie die ausbaufähige Akkulaufzeit.

„Panasonic Lumix DC-GH5": Der bezahlbare Video-Spezialist

Die „Panasonic Lumix DC-GH5" ist ganz auf die Videoaufzeichnung ausgelegt. Passenderweise gibt es kein Zeitlimit für Videos, den Speicherkartenplatz können Sie beliebig mit Aufnahmen füllen. Zwar ist der Micro-Four-Thirds-Sensor der Kamera recht klein, aber die Videoqualität liegt auf einem hohen Niveau. Die „GH5" kann sogar 10-Bit-Videos mit einem 4:2:2-Farbsampling drehen, also HDR-Aufnahmen mit hohem Kontrastumfang.

Der 3,2 große OLED-Bildschirm lässt sich neigen, schwenken und um 180 Grad umklappen. Es gibt gleich zwei SD-Kartenslots für UHS-II-Karten, einen Mikrofon- und Kopfhöreranschluss, Wi-Fi und Bluetooth – kurzum genau das, was Sie von einer auf Videos spezialisierten Profi-Kamera erwarten dürfen.

Welche Profikamera passt für mich?
Foto: GeorgeManga/iStock


Kaufberatung: Welche Profi-Kamera erfüllt meine Ansprüche?

Wofür brauchen Sie die Profi-Kamera?

Profi-Kameras haben verschiedene Stärken. So eignet sich die „Nikon Z 6II" besonders gut für Sport- und Tierfotografie und die „Panasonic Lumix DC-S1R" für Landschaftsfotos.

Haben Sie schon Objektive für ein System?

Falls Sie bereits viel Geld in Objektive für ein bestimmtes Kamerasystem investiert haben, kann es Sinn ergeben, auch Ihre nächste Kamera wieder für denselben Bajonettanschluss zu kaufen. Gegebenenfalls ist auch ein Adapter für ein neues System desselben Herstellers erhältlich.

Möchten Sie viele Videos drehen?

Die Profi-Kameras auf unserer Liste können alle sehr ansehnliche 4K-Videos aufzeichnen. Die „Panasonic Lumix DC-GH5" ist ganz auf Videos spezialisiert, sie kommt ohne zeitliche Begrenzung bei der Videoaufnahme aus. Einige der Kameras zeichnen Videos in 8K-Auflösung auf, darunter die „Canon EOS R5". Die „Fujifilm X-T4" hat einen besonderen Modus ganz für Videofunktionen.

Sony Vlogging-Kamera
Foto: Sony
Muss es ein besonders großer Sensor sein?

Mittelformat-Kameras werden gerne für professionelle Aufnahmen in der Werbebranche und für andere Studiofotos eingesetzt. Der Aufpreis für das Mittelformat ist sehr hoch, für viele Profis werden sich Vollformat-Kameras (auch „Kleinbildformat-Kameras“ genannt) besser eignen, auch weil sie sich spontaner nutzen lassen. Selbst die günstigere „Fujifilm X-T4" mit etwas kleinerem APS-C-Sensor kann für viele Zwecke schon locker ausreichen. Und für Videos erfüllt selbst der Micro-Four-Thirds-Sensor in der „Lumix DC-GH5" in der Regel seinen Zweck.

Wie viel möchten Sie ausgeben?

Für sparsame Profis bietet sich die „Panasonic Lumix DC-GH5" zum Filmen an. „Fujifilm X-T4" ist für Fotos und Filme gut, wobei hier das 29-Minuten-Limit für Videos einzuplanen ist. Auch die „Nikon Z 6II" ist noch bezahlbar und insbesondere für Sport- und Tierfotografie sehr gut zu gebrauchen. Darüber wird es spürbar teurer mit Preisen über 2.000 Euro, im Gegenzug eignen sich diese Kameras für Profis mit besonderen Ansprüchen.

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