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Fotografie-Leitfaden: Systemkamera oder Spiegelreflex?

Technik-Vergleich und Produkt-Tipps

Spiegellose Systemkameras etablieren sich als eine zunehmend starke Alternative zu Digitalen Spiegelreflexkameras. Die Spiegellosen sind kompakter und haben einige technische Vorzüge, doch auch die klassischen DSLRs bieten eigene Stärken. Hier erfahren Sie die Vor- und Nachteile der verschiedenen Technologien. Außerdem empfehlen wir gute und dabei bezahlbare DSLMs und DSLRs.

  Lesedauer: 4 Minuten

Systemkamera oder Spiegelreflex?
Foto: franckreporter/iStock

Unterschiede zwischen System- und Spiegelreflexkameras

Spiegel und Sucher

DSLRs (Digitalen Spiegelreflexkameras) leiten das eintreffende Licht mit einem Spiegel vom Objektiv an den optischen Sucher weiter. Schauen Sie in dieses Loch oben in der Kamera, dann sehen Sie den unveränderten Bildausschnitt ohne Verzögerung. Betätigen Sie den Auslöser, dann wird der Spiegel nach oben geklappt und das Licht erreicht den Sensor – ein Foto entsteht. DSLMs (Spiegellose Systemkameras) haben einen elektronischen Sucher, der das Foto leicht verzögert so darstellt, wie es nach der internen Bearbeitung durch die Kamera aussehen wird.

Kamera von Canon
Foto: Canon

Größe

Da DSLMs auf den Spiegel verzichten, können sie kleiner gebaut werden als DSLRs. Einige Modelle sind nur ungefähr so groß wie Kompaktkameras. Da eine größere Bauweise allerdings die Handhabung erleichtern kann, werden manche DSLMs absichtlich größer gebaut, als es technisch nötig wäre.

Kamera von Sony
Foto: Sony

Akkulaufzeit

Im Schnitt haben DSLRs eine spürbar längere Akkulaufzeit. Manchmal sind die Akkus der Spiegelreflexkameras aufgrund der ausladenden Bauweise größer, außerdem müssen DSLMs zusätzlich ihren elektronischen Sucher mit Strom versorgen.

Kamera von Canon
Foto: Canon

Serienaufnahmen

Spiegellose schaffen viel schnellere Serienbildaufnahmen als Spiegelreflexkameras. Manche Modelle kommen auf bis zu 75 (!) Bilder pro Sekunde, andere wiederum auf lediglich 11 Bilder pro Sekunde. Wirklich wichtig ist das aber nur für Sport- und Tierfotografen.

Foto: Canon

Videos

Heute verwenden selbst einige Profis gerne Foto- und nicht Videokameras für ihre Drehs – sofern es eher um YouTube-Videos geht als um Hollywoodfilme. DSLMs liegen hier vorne, selbst einige Einsteigermodelle können 4K-Videos aufzeichnen. Bei Videos ist der elektronische Sucher umso praktischer, denn das stromzehrende Display muss nicht eingeschaltet werden, um zu sehen, wie das Video letztlich aussehen wird. Einige Spiegellose wie die „Panasonic Lumix GH5" sind auf den Videodreh spezialisiert und verzichten auf das 30-Minuten-Limit, das für Kameras normalerweise typisch ist.

Kamera von Sony
Foto: Sony

Sonstiges

DSLRs waren einmal besser für die Verfolgung schneller Motive mit dem Autofokus geeignet, aber heute sind die DSLMs dank hybriden Kontrast- und Phasenerkennungs-Autofokussystemen ähnlich rasant beim Fokussieren. Da Spiegellose keinen Spiegel hoch- und runterklappen müssen, erlauben sie vollkommen lautloses Fotografieren. DSLRs wiederum sind schon viel länger auf dem Markt, darum gibt es für sie günstigere Objektive und mehr Zubehör.

Kamera von Canon
Foto: Canon

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Systemkamera oder Spiegelreflex?

Zu einer DSLR sollten Sie greifen, wenn Sie einen optischen Sucher bevorzugen. Dieser zeigt den unveränderten Bildausschnitt, während der elektronische Sucher von DSLMs das Bild zeigt, wie es nach der internen Bearbeitung durch die Kamera aussehen wird. DSLRs haben oft eine bessere Akkulaufzeit und es stehen mehr Objektive zur Auswahl. Dafür liegen DSLMs vorne bei der Videoleistung und bei Serienaufnahmen. Außerdem sind sie viel kompakter gebaut. Einen Platz werden DSLRs voraussichtlich auch zukünftig haben, aber ihr Marktanteil nimmt zugunsten der spiegellosen Systemkameras ab.

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